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Der Leitfaden für die Jungpferde-Ausbildung Der Zuchtbezirk Bayern des Trakehner Verbandes und Bayerns mitgliederstärkster Reitverein, die Pferdefreunde Dachau, waren am sommerlich schönen 14. April auf dem Gerblhof Gastgeber für Martin Plewa und sein gefragtes Seminar zur Jungpferde-Ausbildung. Martin Plewa, heute in Münster/Westfalen zu Hause, ist Pferdewirtschaftsmeister und Oberstudienrat. Er war selbst im Vielseitigkeitssport international erfolgreich, u.a. auf den Trakehner Hengsten Habicht und Tümmler. Seit jeher ist er dem Trakehner Pferd sehr verbunden, gehörte auch einige Jahre der Trakehner Körkommission an.16 Jahre lang war Martin Plewa Leitender Bundestrainer Vielseitigkeit am DOKR – in diese Zeit fielen Erfolge wie das Mannschaftsgold bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und das Mannschaftsbronze 1992 in Barcelona.
Seit 2001 ist Martin Plewa Leiter der renommierten Westfälischen Landesreit- und -fahrschule in Münster. Im vergangenen Herbst wurde er mit dem FN-Ehrentitel Reitmeister ausgezeichnet. Vor wenigen Wochen ernannte man ihn zum Chefrichter für die kommenden Olympischen Spiele in Hong Kong. Bayerische Trakehner in der Bahn:
Katamboried, 5j. W. v. Tambour/Salazar,Z: Leichthof, Biebelried, B/R: Renate Steiner Williams Birnbaum, 5j. W. v. Parforce/Sascha,Z: Hörmiller, Kaufbeuren, B/R: Rita Mair United, 3j. St. v. Herzkristall/EH Louidor,Z: Dörfler, Neudrossenfeld, B/R: Monika Moll Pommery, 3j. H. v. Hibiskus/Unkensee,Z/B: Raili, Wessobrunn, R: Nicole Raili
Das Anlongieren, Anreiten und Heranführen ans Freispringen - so lautete der Themenkomplex, den sich Martin Plewa für seinen Besuch in Bayern vorgenommen hatte. Und der FN-Reitmeister wusste einmal mehr mit rhetorischen Meisterleistungen ebenso wie mit der Rückbesinnung auf den klassischen Weg der Jungpferde-Ausbildung zu begeistern. Das Seminar war ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem ZB Bayern und den Pffrd. Dachau mit besonderem Augenmerk auf der Jugend. Trakehner Jungzüchter hatten freien Eintritt – und durften dafür hautnah in der Reitbahn beim Helfen dabei sein, die jugendlichen Mitglieder des Vereins brauchten nur den halben ohnehin nicht gerade teuren Eintrittspreis zu berappen. Der erwirtschaftete Überschuss – auch das eine mehr als löbliche Sache – geht zur Hälfte an die Trakehner Jungzüchter und an den Verein für seine Jugendarbeit.Über hundert Interessierte fanden denn auch trotz des geradezu sommerlichen Wetters den Weg in den oberbayerischen Landkreis Dachau – und auf der Tribüne der großen Pellheimer Reithalle Anschauungsunterricht vom Feinsten. Ein herzliches Dankeschön in diesem Zusammenhang an Anlagenbesitzer Lorenz Kranz, der sein Reitsportzentrum für den Tag zur Verfügung stellte, an Betriebsleiter Stefan Stecker, der mit seinem Team wie immer ein optimales Umfeld bereitstellte, und an die Pellheimer Damen, die mit leckeren Schlemmereien für das leibliche Wohl der Gäste sorgten.Last, but not least, ein Dankeschön an Renate Steiner, die alles in bewährt perfekter Art organisert hatte – und immer und überall da war, wo etwas gebraucht wurde.Schon zu Anfang des gesamten Seminars weckte Plewa bei den Zuhörern Verständnis für die natürlichen Verhaltensweisen – und damit Bedürfnisse – des Pferdes. Denn genau daran hat sich alle Ausbildung zu orientieren. Immer wieder kam der erfahrene Reiter und Ausbilder zurück auf die klassischen Grundlagen, die Lehren, die schon in der HDV und den Vorgängern der heutigen FN-Richtlinien niedergeschrieben wurden. Ausbildung nämlich beginnt nicht erst mit dem Anreiten, sondern schon mit der Erziehung im Fohlenalter – schließlich hat ein Pferd ein sehr gutes Erinnerungsvermögen. Die richtige Mischung aus Verständnis, logischem Aufgabenaufbau, Respekt und Vertrauen macht den alltagstauglichen Freizeit- und Sportpartner Pferd aus. Tipps und Erkenntnisse aus seinem reichen Erfahrungsschatz wusste Plewa dem Publikum plausibel zu erläutern und an den vier- und zweibeinigen Akteuren in der Pellheimer Halle anschaulich zu demonstrieren, wenngleich nicht immer alles auf Anhieb hundertprozentig klappte – aber das wäre auch zu viel verlangt, wenn sowohl die jungen Pferde als auch die zweibeinigen Akteure dem Lehrgangsleiter fremd sind.Plewa rechnete auch mit vielen „Modeerscheinungen“ bei der Pferdeausbildung ab. Und das nicht einfach in Bausch und Bogen, sondern mit für jedermann nachvollziehbaren Argumenten. Hier konnte man Gedanken teilen zu Zweck, Sinn und Unsinn etwa des Longierens oder von Hilfszügeln.Fazit: So viel Wissen, Tipps und Erkenntnisse – geballt an einem Tag vermittelbar gemacht – das sucht zumindest derzeit wohl seinesgleichen. Ein Seminar, das zum Pflichtprogramm für all diejenigen gehören sollte, die sich beruflich oder privat mit jungen Pferden befassen wollen oder auch das auf Turnieren richten – zum Wohle der Pferde ... |