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Stutenleistungsprüfung in Kreuth
Geschrieben von Karin Schweiger   

Trakehner Stuten überzeugten auf ganzer Linie

Der Trakehner Zuchtbezirk Bayern bot seinen Züchtern auch in diesem Jahr eine Stutenleistungsprüfung im Feld in Kreuth an.

Der Zuchtbezirk hatte sich für die SLP mit dem Bayerischen Pferdezuchtverband zusammengetan, sodass am 30. Oktober Trakehner-, Warmblut- und Haflingerstuten zusammen in Kreuth ihre Prüfung ablegten. Man ist es fast schon gewöhnt, dass diese herrliche Anlage alle Möglichkeiten bietet – selbstverständlich und woanders geboten ist das wahrlich nicht … Der Prüfungsablauf mit fast 80 gemeldeten angehenden Pferdemüttern war mustergültig organisiert und minuziös durchgezogen – Dank gilt dafür Rolf Braem-Baumann und seinem Team vom Institut für Tierzucht der Landesanstalt für Landwirtschaft.

 

Kreuth sah an diesem Dienstag ein Lot sehr guter Trakehnerstuten, wie Prüfungsleiter Rolf Braem-Baumann bestätigte. Auch die Richter sahen das so – die Durchschnittsnoten der Trakehnerstuten lagen durch die Bank höher als die der geprüften Warmblutstuten. Bis auf eine Stute hatten alle eine Endnote von über 7,0. Die Siegerin der jungen Trakehnerstuten hätte in allen Abteilungen der Warmblutstuten ebenfalls ganz vorn gelegen. Ein Beweis mehr dafür, dass die bayerischen Trakehner die Konkurrenz im Lande nicht zu scheuen brauchen. Die Zusammenlegung der Prüfung mit der des bayerischen Verbandes war also rundum ein Erfolg – es kamen genügend Starter zusammen und die Trakehner konnten sich direkt (vor derselben Richtergruppe und am selben Tag) mit Stuten der Landeszucht messen.

Von insgesamt 14 genannten Trakehnerstuten blieben am Ende acht Starter, davon eine Dreijährige und zwei Fünfjährige und ältere, der Rest war vierjährig. Überragende Stute des gesamten Prüfungstags: Saphira K v. Hofrat u.d. Satasca v. Santiago aus der Zucht und dem Besitz von Johann Kleinheinz, Adelsried, die bereits bei der Eintragung Ende letzten Monats sehr positiv auffiel. Nicht ganz überzeugend, weil offenbar unroutiniert am Sprung, aber in allen Grundgangarten hervorragend. Fremdreiterin Dr. Annette Wyrwoll schwärmte denn auch von einem „Reitgenuss“. Das Pferd sei in allen Gangarten gleich gut, bewege sich getragen und sei dabei stets leicht an der Hand. Verdiente 8,19 in der Gesamtnote machten Saphira K zur Königin des Tages (Reiterin: Daniela Schroer).

Nicht ganz eine halbe Note weniger (7,74) nahm Oxana v. Oxford u.d. Orissa v. Unkensee (Z/B: Familie Keitel, Clingen) aus dieser Prüfung mit. Im Freispringen gefiel diese typvolle Fuchsstute bereits mit aktivem Hinterbein, vorsichtig-aufmerksamer Springmanier und guten Nerven. Galopp und Schritt waren für Richterauge und Sattelgefühl der Fremdreiterin gleichermaßen herausragend (Reiterin: Birgit Dammer).

Die einzige Dreijährige im Feld, die schwarze Schöne Welt aus der Zucht und dem Besitz von Hartwig Meinen, Tann, stammt vom TSF-Werbeträger und frisch in die Grand-Prix-Dressurwelt eingeführten ehemaligen Siegerhengst King Arthur a.d. doppelt prämierten Schöne Zeit v. Herzzauber. Marion Geiger stellte die noble Stute gewohnt freundlich vor, wobei sich Richter und Fremdreiterin in der Beurteilung der Rittigkeit auf hohem Niveau einig waren. 7,63 Punkte reichen, um diesem Rohdiamanten die Verbandsprämie zu sichern.

Mit ganz viel Potenzial empfahl sich Keep Smiling v. Sky Walker u.d. Keep Cool v. Polarpunkt, gezogen in Hessen und im Besitz von Karlheinz Loistl aus dem österreichischen Wallern, der die Stute auch selbst vorstellte. „Wenn sie noch zur nötigen Gelassenheit findet, dann ist das das ideale Buschpferd“, so Fremdreiterin Dr. Annette Wyrwoll. Die Wertnote der Stute: 7,23.

Zwei vierjährige Halbtrakehner schlugen sich ebenfalls recht gut. Die amtierende bayerische Nachwuchs-Geländechampioness vom Tag des Jungen Pferdes in Ansbach, Laura Biacciotti v. Konvoi aus einer Württemberger Stute v. Lehar; Z/B: Svenja Fisch, Wunsiedel; R: Ferdinand Fisch), gefiel ihrer Fremdreiterin recht gut (WN 8,0), überzeugte auch im Freispringen und schloss die Prüfung mit 7,23 ab. Lubianken (v. Latimer aus einer Westfalenstute v. Fittipaldi), noch recht grün, holte sich eine glatte 7,0 ab, womit Züchterin und Besitzerin Birgitt von Dewitz, Günzburg, ebenso zufrieden war wie ihre Reiterin Katharina Nehmer.

 
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