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      5.  die Pferdegeschichte - eine Weitererzählgeschichte unserer Mitglieder. Reinschauen lohnt sich.

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DR. GERTRUD FREIFRAU VON LOTZBECK GESTORBEN
Geschrieben von Karin Schweiger   

Ein erfülltes Leben ging zu Ende

Am Morgen des 29. Oktober starb Baroness von Lotzbeck im Alter von 86 Jahren nach langem, mit viel Geduld ertragenen Leiden. Ihre langjährige „rechte Hand“ und Cousine Christa Freifrau Groß von Trockau war an ihrem Sterbebett, die Baroness schlief in ihrer gewohnten Umgebung im Schloss Nannhofen friedlich für immer ein.

Mit Baroness von Lotzbeck verliert der Trakehner Zuchtbezirk Bayern seine langjährige Vorsitzende und der Trakehner Verband eines seiner Ehrenmitglieder. Ihre direkte, ehrliche und dennoch herzliche Art vermisst man im heutigen Zuchtgeschehen ebenso schmerzlich wie ihre beständige Achtsamkeit auf das Wohl des Pferdes.

Über ihren Onkel, den Jagd- und Olympiadressurreiter Major Freiherr von Lotzbeck, kam die junge Baroness zu Pferden und dem Reitsport. Eine Zufallsbegegnung im Gestüt Schmoel machte dann aus der Reiterin eine engagierte Trakehnerzüchterin. Enge Verbundenheit hielt sie in züchterischen Fragen stets mit Dr. Fritz Schilke, dem unermüdlichen Motor des Wiederaufbaus der Trakehnerzucht nach dem Kriege. Aus reiterlicher Sicht war Baroness von Lotzbeck eine Verfechterin der klassischen Dressur; bis ins hohe Alter nahm sie noch regelmäßig Unterricht, um ihren Sitz und ihre Hilfengebung zu perfektionieren. Ihre große Liebe galt dem blutgeprägten Pferd, dessen Sensibilität zu schätzen sie bereits ihr früher Reitlehrer Hans Hecker aus München lehrte.

Baroness von Lotzbeck baute Ende der fünfziger Jahre in Nannhofen in der Nähe von München eines der bedeutendsten bayerischen Trakehnergestüte der Nachkriegszeit auf. Hier wirkte der Vollblüter Pindar xx segensreich für die Zucht, hier sorgte der grandiose Webelsgrunder Kassio für durchschlagenden Erfolg in züchterischer und reiterlicher Arbeit. Das Gestüt Nannhofen zählte zu den ersten Adressen der Trakehnerwelt, die Pferde gingen nicht nur in deutsche Züchter- und Reiterhände, sondern waren auch bei Käufern aus USA, Kanada, der Schweiz, Österreich und den Niederlanden beliebt und begehrt.

13 Hengste aus eigener Zucht und vier aufgezogene Hengste stellte Baroness von Lotzbeck erfolgreich zu den Trakehner Körungen in Neumünster. Die größten Erfolge waren ihr dabei mit dem mächtigen schwarzen Waldzauber und den beiden Füchsen Grimsel und Gelria beschieden, die allesamt großen Einfluss auf die Gesamtzucht nahmen. Stuten aus Nannhofen gehörten bayern- und bundesweit zur Elite der Zucht, hier wurden unter vielen anderen die DLG-, Bundessieger- und Elitestute Griseldis, die Landesschau-Siegerin Lillemor und Zuchtperlen wie Kornweihe, Waldlicht, Liuba und Larthi gezogen. Die bayerischen Landesschauen der siebziger und achtziger Jahre waren geprägt von den wie aus einem Guss mit überragendem Gangvermögen brillierenden Familiensammlungen aus Nannhofen.

Auch im Sport hatten Nannhofener Pferde ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, Walzerprinz in den USA, Legat und heute noch Komedo und Lafredo etwa waren bzw. sind erfolgreich in den Dressurvierecken der Klasse S; Wanderer, Walliser und Lirurg beispielsweise sammelten Schleifen in Springparcours bis zur Klasse M.

Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Verwandten und Gestütsangestellten.

 
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