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Serie - Das alltagstaugliche Pferd Teil 4 – Die Haltungsbedingungen
Geschrieben von: Bettina Viehöfer   

Bei der Wahl des Stalles sind neben den Kriterien wie Entfernung zum Wohnort bzw. Arbeitsstelle und – nicht zu vergessen – dem Pensionspreis auch noch andere Aspekte entscheidend. Wie oft wird gefüttert, werden die Zeiten eingehalten? Sind Fenster bzw. Paddock-Boxen vorhanden? Wie ist das übrige Bewegungsangebot, vor allem in der Winterzeit? Gibt es eine Führanlage, Matschpaddock, Longierzirkel? Sind für den Sommer ausreichend Weiden vorhanden? Ist Ausreitgelände vorhanden? Lässt es sich gut erreichen? Wie gut sind Halle bzw. Außenplätze gepflegt?

Den optimalen Stall gibt es natürlich nicht. Man muss in der Regel immer irgendwo Abstriche machen. Dennoch tragen die Haltungsbedingungen wesentlich zum Wohlbefinden eines Pferdes bei. Pferde, die in dunklen Boxen mit wenig Bewegungsangebot leben, sind in der Regel viel unausgeglichener als ihre Kameraden, die regelmäßig Bewegung an der frischen Luft genießen.

Natürlich gibt es neben den Bedürfnissen des Pferdes auch die Bedürfnisse des Reiters. Als reiner Ausreiter oder Springreiter wird man sich in einem auf Dressur ausgerichteten Stall nicht wohl fühlen. Gleiches gilt im umgekehrten Maße für Dressurreiter. Auch reine Freizeitreiter und Turnierreiter sind nur schwer unter einen Hut zu bringen. Wenn dann noch Westernreiter hinzukommen, wird es wirklich schwierig. Viele Warmblüter reagieren sehr schreckhaft, wenn ein Westernpferd in vollem Galopp auf sie zugeprescht kommt, weil sie nicht ahnen können, dass der Reiter Slides üben will. Multi-Kulti ist eine tolle Sache, gleiches gilt für Toleranz gegenüber Andersdenkenden – aber im Pferdesport scheiden sich die Geister. Irgendwann muss sich jeder Reiter entscheiden, welchen Schwerpunkt er setzen will, allein schon seinem Pferd zuliebe!!! In einem Stall, wo alle Schwerpunkte und Reitweisen aufeinander treffen, kann eigentlich nur Chaos herrschen. Dem Wohlbefinden des Pferdes und nicht zuletzt des Reiters ist eine solche Situation nicht zuträglich.

Darüber hinaus erhebt sich die Frage, wie viel Krach und Trubel in einem Stall akzeptabel ist. Ich habe mir einmal einen Ausbildungsstall im Rheinland angesehen. Dort hing ein Schild mit folgendem Wortlaut: „Dies ist ein Ausbildungsbetrieb für Pferde. Lärmen und Toben von Kindern ist hier nicht erwünscht. Daher haben Kinder unter 12 Jahren nur Zutritt in Begleitung Erwachsener. Das Mitführen von Hunden ist grundsätzlich verboten.“

Auf meine Frage wegen dieser Einschränkungen hat mir der Betreiber wie folgt geantwortet: Pferde brauchen nach der Arbeit ihre Ruhe. Sie sollen ihren Heimatstall als Refugium der Ruhe, als Rückzugsgebiet betrachten. Sonst können sie nach stressigen Situationen nicht regenerieren.

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