| Serie - Das alltagstaugliche Pferd Teil 7 Verkehrssicherheit |
| Geschrieben von: Bettina Viehöfer (*Komet*) | |
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Die Erziehung zur Verkehrssicherheit ist einer der schwierigsten Bereiche in der Pferdeausbildung. Man muss berücksichtigen, dass das Pferd ja von seiner Natur her eigentlich ein Fluchttier ist. Wenn Gefahr droht, wird ein Fluchttier halt nicht angreifen, sondern versuchen, der herannahenden Gefahr um jeden Preis aus dem Wege zu gehen, selbst wenn es dabei im Stacheldraht oder im Graben landet. Ein heranbrausender Lkw, ein Bus, der die Bremse entlüftet, oder auch ein riesiger Traktor oder Mähdrescher können für das Pferd eine solche Gefahr darstellen.
Um das junge Pferd an solche Situationen zu gewöhnen, ist ein routiniertes, verkehrserfahrenes Begleitpferd unverzichtbar. Manchmal reicht auch dies nicht aus, um eine Panikreaktion zu vermeiden, weil ja die Gefahr, zumindest für das Pferd, aus heiterem Himmel auftaucht. Den Lkw in der Ferne, den der Reiter längst gesehen hat, nimmt das Pferd nicht wahr, zumindest nicht als Gefahr. Zur Gefahr wird der Lkw erst, wenn er in voller Größe am Pferd vorbeirauscht. Als Reiter sollte man versuchen, in solchen Fällen einen halbwegs geeigneten Fluchtweg zu suchen, und wenn es ein bestellter Acker ist (die Landwirte unter Euch mögen mir dies verzeihen). Es ist wichtig, das Pferd nach einer solchen Panikattacke möglichst schnell wieder unter Kontrolle zu bekommen. Dazu kann das Reiten von Zirkeln, die man allmählich (!!!) verkleinert, sehr hilfreich sein. Wenn man eh schon auf einem Acker gelandet ist, spielt das auch keine große Rolle mehr, sollte man für den Flurschaden zur Zahlung herangezogen werden. Da ja die meisten von uns in eher dicht besiedelten Gebieten leben, die auch häufig von verkehrsreichen Straßen durchzogen sind, kommen wir um diese Problematik nicht herum. Wenn man dann noch in einer hügeligen Landschaft wohnt, hat man am Wochenende auch häufig Begegnungen mit Mountainbikern im Wald. Das Problem ist das gleiche: plötzliches Auftauchen einer Gefahr. Einige Pferdehalter raten dazu, Pferde für einige Tage auf einer Weide an einer verkehrsreichen Straße unterzubringen, damit sie sich selbst mit dem Verkehr und dem Lärm auseinandersetzen können. Natürlich muss diese Weide ausbruchsicher sein. Die Pferdehalter setzen mit dieser Maßnahme auf einen gewissen Desensibilisierungseffekt.
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