| 10. Trakehnerturnier - JUBILÄUM MIT SÜDDEUTSCHEM CHAMPIONAT |
| Geschrieben von: Karin Schweiger | |||
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Am vergangenen Wochenende stand das bayerische Reiter-Mekka Kreuth ganz im Zeichen von Busch, Elchschaufel und Jubiläum. Mehr Zuschauer hätte die liebevoll organisierte 10. Auflage des Bayerischen Trakehnerturniers schon verdient, zumal Petrus nach einer Woche Regen ein Einsehen mit den Reitern hatte und es bei einem kräftigen Gewitterschauer am Sonntag beließ. Wer nicht in Kreuth war, hat zumindest einige hochkarätige Gäste verpasst - und das gilt nicht nur für die Starterlisten! Das Trakehnerturnier ist schon gewaltig gewachsen, und so mancher Altgediente gleich ob Funktionsträger, Helfer, Richter, Reiter oder Zuschauer fragte sich einerseits, wo die Jahre geblieben sind, und konnte andererseits erfreut feststellen, dass die auf kleinen Anfängen einer Sportförderung im Zuchtbezirk basierende Veranstaltung den Kinderschuhen entwachsen ist. Dass man sich nicht abschottet gegenüber anderen Pferderassen, das war von Anfang an Programm dieser Veranstaltung. Ausschreibung gewordener Ausdruck dieser Kooperationsbereitschaft ist die Tatsache, dass es diesmal sozusagen als Jubiläumsdreingabe eine gemeinsame Veranstaltung mit der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Pferdezuchtverbände gab. Schirmherr der Veranstaltung war denn auch Hans-Peter Schmidt, Präsident des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes, der wie kaum ein Zweiter die Symbiose von Sport und Zucht und die Zusammenarbeit der Verbände verkörpert. Auch Jacob Schmid vom Bayerischen Verband ließ es sich nicht nehmen, persönlich in Kreuth zu sein. Zum ersten Mal waren in den süddeutschen Zuchtbezirken gezogene Trakehner Pferde beim Süddeutschen Geländepferde-Championat startberechtigt! Nicht nur das sie waren auch championatsberechtigt. Von Anfang an haben sich die Trakehner in Kreuth nie verstecken müssen. Und auch diesmal packten die Pferde mit dem Elchschaufelbrand ihre Chance beim Schopf und der Trakehner Zuchtbezirk Bayern als Heimat von Züchter, Besitzer und Reiterin darf stolz auf einen Süddeutschen Geländepferde-Champion sein! Dass man zudem das Motto des Verbandes, nämlich Trakehner weltweit, hier durchaus ernst nimmt, bewiesen nicht nur die Starterlisten, in denen auch österreichische und dänische Namen anzutreffen waren, sondern zum wiederholten Male die Anwesenheit von diesmal zwei Richtern aus unserem Nachbarland Polen. In den großen Dressurprüfungen sah Kreuth in diesem Jahr vielleicht nicht ganz das Niveau, das man sich erhofft hatte, was allerdings den guten Vorstellungen der vorn platzierten Pferde keinen Abbruch tat. Ganz stark im Kommen sind BELLINI v. Buddenbrock / St.Cloud (Z: G. Katheter, Alesheim) und Jessica Haag. Schon in Ansbach hochplatziert und in Ellingen siegreich, sicherte sich der 7-jährige dunkelbraune Wallach in Kreuth eine Abteilung der M/B-Dressur und wurde in der Kür 4. Von diesem Paar wird man sicher noch hören, zumal die Fränkische Meisterin des vergangenen Jahres sich soeben mit einem kleinen Ausbildungsstall für Trakehner selbständig gemacht hat. Ebenfalls eine Augenweide, vor allem in der Kür: die Österreicherin Ruth Richter mit ihrem Matador-Sohn MENES. Turnierleiterin Barbara Mechler konnte sich mit ihrer MANJANA v. Hohenstein / Consul (Z: K. Knogler, Mainburg) als Siegerin in die Liste der Kandaren-L eintragen, und Katharina Nehmer steigerte sich mit ihrer FABELMOND v. Caprimond / Inkognito (Z: S. Klingeberg-Kraus, Aerzen) bis zum 2. Platz in der M/A-Dressur. Michael Jung bewies einmal mehr, dass nicht nur Bettina Hoy und Ingrid Klimke erstklassige Vielseitigkeits-Dressuren reiten können. Mit einigen, z.T. württembergisch gebrannten Grafenstolz-Kindern konnte er sich immer wieder in die Platzierung schieben. Ein erfreuliches Wiedersehen mit dem Reitpferde-Sieger des vergangenen Jahres gab es in einer der Dressurpferdeprüfungen: Der lackschwarze ALWARO NEGRO v. Summertime / Uljanoff (Z/B: H. Raith, Landau) gewann mit sicherem Vorsprung unter Carmen Berger-Mangelkramer. Auch ein Name, den man sich für die Zukunft merken sollte: KATAMBORIED v. Tambour / Salazar (Z: Leichthof, Biebelried) hat sich in den vergangenen Monaten deutlich gemacht und war unter Renate Steiner bei vier Starts in Nachwuchsprüfungen viermal gut platziert.
Nach ihrem grandiosen Sieg in Leutkirch-Haid, wo sie Zuchtschau und Reitpferdeprüfung gewann, siegte auch in Kreuth MOONRIVER v. Kostolany / Ferrum (Z: M. Oeppert, Fleinhausen) unter Bettina Karg verdient in der Reitpferdeprüfung ein Pferd, dessen Namen man sich merken sollte. Zu Championatsehren kamen die Trakehner in der Future Cross Championship, dem Gelände-Championat der vierjährigen Nachwuchspferde, ausgetragen als Eignungsprüfung mit Gelände. Die Dunkelfuchsstute DOMINA v. Phantomic xx / Marduc aus der Zucht von Helmut Schödl, Bayreuth, und dem Besitz von Dr. Friedrich Nüssel, Goldkronach, setzte sich unter Susann Österreich gegen die gesamte Konkurrenz durch und durfte mit der Siegerschärpe auf die Ehrenrunde. Ebenfalls bis ins Finale zum Fremdreitertest schaffte es HÄAGEN-DAZS, ein Schwadroneur-Sohn aus einer Anduc-Mutter (Z: K. Fichtelmann, Trautskirchen). Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums gab es einen Schauabend mit buntem Programm und Ehrungen. Das Ostpreußenlied als Trompetensolo mit edlen Reitpferden in der Bahn war schon bewegend ebenso die herzlichen Worte der Hausherrin Wally Schmidt, der die Trakehner als gern gesehene Gäste in Kreuth ans Herz gewachsen sind. Gerhard Linner, unter dessen Patronat das Turnier aus der Taufe gehoben wurde, Jutta Linner, bis heute gute Seele und fleißige Helferin im Hintergrund, Bruno Six, der Kreuth und die Trakehner zum Glück zusammenbrachte, das Ehepaar Schmidt als Gastgeber seit zehn Jahren, Jörg von Imhoff, seit dem ersten Turnier als Richter mit von der Partie, Marliese Carstens, treue Sponsorin von der Anfangsstunde an, Michael Firsching, in diesem Jahr zum ersten Mal nicht aktiv im Parcours dabei, Herbert Winkelmann, der immer da war und ist, wenn eine helfende Hand gebraucht wird, Heike Butz, ohne deren Helferküche schon so mancher verhungert wäre, und last, but not least Dr. Lutz Schubert, dessen Idee dieses Turnier war und der sich mit nimmermüdem Einsatz bis heute für diese Veranstaltung einsetzt. Ihnen allen galt der Dank des Zuchtbezirks, verbunden mit einer kleinen Aufmerksamkeit. Und dann hatten natürlich die Pferde wieder das Heft in der Hand. Fazit: Eine gelungene Veranstaltung, bei der die gute Stimmung auch unter den Reitern ein paar organisatorische Pannen schnell vergessen machte. Pech für die, die nicht dabei waren. Aber zum Glück haben sie ja nächstes Jahr wieder die Chance wenn auch ohne Jubiläum.
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