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CHIO Aachen 2016: 28.000 Besucher nutzten „Soerser Sonntag“ als sommerlichen Ausflug

Reitsport und Fußball – zwei unvereinbare Welten? Nicht beim „Soerser Sonntag“. Denn auch hier war das heutige EM-Finale natürlich in aller Munde, allerdings in der Variante „Pferdefußball“ – ebenso spannend, allerdings wurde der Ball hier mit Hufeisen statt mit Stollen aufs Tor gekickt. Das „Aachener“ Resultat: 2:0 für Portugal. Ein Omen für den heutigen Abend?

Ganz gleich: Die Stimmung beim traditionellen Soerser Sonntag, dem „Tag der offenen Tür“ im Rahmen des CHIO Aachen, war so oder so fantastisch. 28.000 Menschen machten einen Abstecher auf das CHIO-Turniergelände, mit Sonnenhut, Sonnencreme und kühlen Getränken ausgestattet. Sie hatten nicht nur Gelegenheit, durch das geöffnete CHIO Aachen-Village mit über 210 Ausstellern zu flanieren und nach Herzenslust zu shoppen. Auch das bunte Programm aus Ökumenischem Gottesdienst im Deutsche Bank Stadion am Vormittag und Show-Programm am Nachmittag kam an. Dabei war das etwas andere Fußballspiel nur einer von vielen Programmpunkten, die den Soerser Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen mit über 30 Grad zu einem großartigen Event machten. Ob Kaltblüter mit verschiedenen Anspannungen der Kaltblutfreunde Aachen, die Aachener Stadtreiter, das Showteam RuF Hesel mit seiner Performance „Zirkus, Zirkus“, Dog Agility oder eine Präsentation zum „Therapeutischen Reiten“ – hier war für jeden etwas dabei. Die „Santi Sercam Shows“, eine außergewöhnliche Freiheitsdressur mit zwei Pferden und zwei Hunden des spanischen Reiters Santi Serra Camps begeisterte bereits am Samstagabend bei „Pferd und Sinfonie“ und erneut beim Soerser Sonntag. Das CHIO-Partnerland Schweden präsentierte sich eindrucksvoll mit den Royal Mounted Guards. Kleine Besucher hatten besonders viel Spaß beim Ponyreiten und den verschiedenen Spiele- und Aktionsanhängern der rheinischen Landjugend. „Was für ein stimmungsvoller Tag! Es ist sehr schön, dass so viele Menschen unserer Einladung gefolgt sind und uns in der Soers besucht haben. Ich glaube, nach dem Soerser Dienstag im vergangenen Jahr waren viele einfach froh, ‚ihren‘ Soerser Sonntag wieder zu haben“, freute sich auch Turnierdirektor Frank Kemperman. Seit 1998 gibt es den „Soerser Sonntag“, im vergangenen Jahr wurde er anlässlich der Reit-EM auf einen Dienstag verlegt.
Und dieses Duo feierte beim „Soerser Sonntag“ seine Dernière: Die niedlichen Shetlandponys Pepi und Coca, die mit ihrer Pony-Prognose zur Fußball-EM schon ein bisschen Kultstatus in der Kaiserstadt erreicht haben. Für das Finale prophezeite Pepi schließlich den Sieg für „Les Bleus“. Ein Kunststück, das der französischen Voltigiermannschaft am Nachmittag beim „Preis der Sparkasse“ in der ausverkauften Albert-Vahle-Halle bereits gelungen ist!

Am Dienstag, 12. Juli, beginnen die Springprüfungen um 10.30 Uhr mit dem öffentlichen Trainingsspringen, gefolgt von dem STAWAG Eröffnungsspringen und dem Sparkassen-Youngsters-Cup. Um 20.00 Uhr folgt die CHIO-Eröffnungsfeier, die von Ihrer Majestät Königin Silvia von Schweden prunkvoll eröffnet wird. Ebenfalls dabei: Viele Akteure aus den Reihen des Partnerlandes Schweden, unter anderem Måns Zelmerlöw, Sieger des Eurovision Song Contest 2015.

www.chioaachen.de

Eurocheval wächst deutlich im Jubiläumsjahr

428 Aussteller auf der größten Pferdemesse in Süddeutschland / Wilden Westen live erleben / TOP-Schau im Messe-Eintritt inklusive

Offenburg. Vom 20. bis 24. Juli steht die Eurocheval ganz im Zeichen des 40-jährigen Bestehens. Mit 428 Ausstellern bietet die Europamesse des Pferdes eine einzigartige Plattform für alle Pferdeliebhaber und weist ein Ausstellerwachstum von 6,5% auf. Gerade die Kombination aus Open-Air und Indoor-Veranstaltung macht den besonderen Flair von Süddeutschlands größter Pferdemesse aus. „Es weht ein europäischer Wind durch die Messehallen, denn neben den grenzüberschreitenden Besuchern, kommen auch über 20% der Aussteller aus dem Ausland“, freut sich die Projektleiterin Karin Pickavé auf die kommende Eurocheval. Neben der Vielfalt der Aussteller, ist zudem der Flächenbedarf der Eurocheval gewachsen. So wurde im Laufe der Vorbereitungen eine Steigerung der Netto-Quadratmeterfläche von 5,2% auf 26.959 qm erzielt.

Die Besucher erwartet ein umfassendes Ausstellungsangebot sowie ein vielseitiges Rahmenprogramm. Insgesamt 4 Vorführringe bieten Raum, um Pferde live zu erleben. Angefangen bei Rassepräsentationen, über Verkaufsschauen bis hin zum richtigen Umgang mit Pferden. Rund 500 Pferde verschiedenster Rassen sind während der Eurocheval auf dem Messegelände präsent.

Extra zum Jubiläum wurde der Besuch der TOP-Schau erstmals in die Messe-Eintrittskarte inkludiert. Damit kann jeder Besucher die täglich stattfindende TOP-Schau mit ihren unterschiedlichen Schaubildern um 12.45 Uhr im Ring Mitte hautnah genießen.

Im Freigelände West der Eurocheval ist das „Wild West Feeling“ fest verankert, dabei lädt der Saloon beispielsweise zum Verweilen ein. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Quarter Horse Association bietet der Vorführring West einen Einblick in die unterschiedlichen Disziplinen. So wird die Cutting Queen Ute Holm nützliche Tipps geben. Tägliche Cowboy-Battles lassen den Atem stoppen und die Besucher können beim Western-Testreiten selbst einmal Hand anlegen und das Westernreiten ausprobieren. Darüber hinaus wird das Reining präsentiert. In dieser ausschließlich im Galopp gerittenen Disziplin wird von Pferd und Reiter eine vorgeschriebene Abfolge von mehreren Manövern demonstriert.

Das gesamte Programm sowie die Ausstellerliste sind unter www.eurocheval.deerhältlich.

Pferde Sommer auf der Eurocheval 2016

Maximale Boxenzahl für den Sternritt erreicht / Aufruf zum Pferdetraining mit Luuk Teunissen / Fackelritt am Freitagabend

Offenburg. Vom 20. bis 24. Juli liegt das Augenmerk aller Pferdeliebhaber wieder auf der Eurocheval, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert. Gerade die Kombination aus Open-Air und Indoor Veranstaltung macht den besonderen Flair von Süddeutschlands größter Pferdemesse aus. Auch in diesem Jahr werden wieder rund 400 Aussteller und 500 Pferde sowie über 40 000 Besuchern aus dem In- und Ausland bei der Messe Offenburg erwartet.

Für viele Wanderreiter gilt der internationale Sternritt zur Eurocheval als besonderes Highlight. Die Organisatorin des Sternritts, die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland (VFD), hat nun bekannt gegeben, dass die maximale Teilnehmerzahl erreicht ist und alle verfügbaren Boxen auf dem Messegelände ausgebucht sind.

Martina Neuscheler, die Vorsitzende des Landesverbands zeigt sich sehr erfreut, dass so viele Reiter und Fahrer dem Aufruf nach Offenburg gefolgt sind und wünscht allen jetzt schon einen guten Ritt bzw. eine gute Fahrt nach Offenburg. Traditionell treffen die Wanderreiter und -fahrer am Donnerstag und Freitag im Wanderreiterlager auf dem Messeplatz ein. Mit einem stimmungsvollen Fackelumzug durch die Innenstadt werden die Wanderreiter von der Stadt Offenburg am Freitagabend willkommen geheißen.

Neben dem Wanderreiterlager bietet die Eurocheval ein umfassendes Rahmenprogramm. Auch der bekannte Pferdetrainer Luuk Teunissen lädt wieder Pferde mit Problemverhalten zu seinen Messe-Vorführungen ein. Mit Pferden, die er noch nie gesehen hat, erreicht er in Live-Trainings verblüffende Erfolge und erklärt dabei dem Publikum seine einzelnen Schritte. Teunissens Ziel ist es dabei, eine Bindung zwischen Pferd und Mensch – basierend auf gegenseitigem Verständnis, Respekt und Vertrauen – zu schaffen. Bewerben können sich interessierte Pferdehalter für das kostenfreie Training direkt per E-Mail an info@luukteunissen.com.

Vergünstigte Eintrittskarten zur Eurocheval erhalten Sie im Vorverkauf unter www.eurocheval.de oder an allen bekannten Vorverkaufsstellen (VVK Erwachsene 12 EUR, VVK Kinder von 6-15 Jahre 6 EUR).

Weitere Informationen zur Eurocheval finden Sie unterwww.eurocheval.de. Für Fragen steht Ihnen Frau Karin Pickavé gerne unter pickave@messe-offenburg.de oder +49 (0)781 9226-26 zur Verfügung.

Trakehner Hengstmarkt – Norbert Timm Züchter des Jahres  Neumünster – Das Freispringen der Hengste l

Trakehner Hengstmarkt – Heuberger in der Dressur vorn – Norbert Timm Züchter des Jahres 

Neumünster – Das Freispringen der Hengste lockte am zweiten Tag des 53. Trakehner Hengstmarktes etliche Züchter und Pferdesportenthusiasten in Neumünsters Holstenhalle. Und sie wurden nicht enttäuscht: In dieser zweiten Teilprüfung der Trakehner Körung machten prompt einige Hengste besonders auf sich aufmerksam. So wurden z.B. der Elfado-Sohn Pokerface, der Abdullah-Enkel Edmonton und der Schwarzgold-Nachkomme Perpignan Noir mit Szenenapplaus bedacht.

So langsam steigt damit auch der Adrenalinspiegel bei den Ausstellern, denn der Tag der Entscheidung – gekört oder nicht gekört – rückt näher. Das Freilaufen der Hengste steht als dritter Teil der Körung des Trakehner Junghengstjahrganges am Samstag ab 08.30 Uhr – also 30 Minuten später als geplant – auf dem Programm. Entscheidungen über die Zukunft, das gilt uneingeschränkt auch für die Auktionspferde und -fohlen. Eine sehr feine Auswahl an Reitpferden, Zuchtstuten und Fohlen präsentierte der Trakehner Verband den potentiellen Käufern aus dem In- und Ausland in den Holstenhallen. Die Internationaltät des Trakehner Hengstmarktes ist unüberhörbar: Die Frage nach einem „Umbrella“ (Regenschirm), bzw. nach einem „Paraguas“ zählt zu den häufigsten bei jenen Besuchern, die im Innenhof zwischen den Hallen Auktionspferde und Junghengste nochmal ganz genau in Augenschein nehmen. 

Ehre wem Ehre gebührt – Norbert Timm ist Trakehner Züchter des Jahres

Erst vor zehn Jahren baute Norbert Timm auf dem Gestüt Hohenschmark in Grebin seine Trakehner Zucht auf, als Trakehner Züchter des Jahres wurde er nun in den Holstehallen ausgezeichnet. In ein und dem selben Jahr – 2014 – stellte Timm den Siegerhengst des Trakehner Hengstmarktes, Sir Sansibar, und die Bundeschampioness Zikade – ein wirklich seltener Erfolg. Dazu ist er Züchter der Trakehner Stute Donaublume, Siegerin der Zentralen Stuteneintragung 2014. Als Fohlen war Donaublume von Norbert Timm über die Fohlenauktion in Neumünster verauktioniert worden. Sowohl im Sport, als auch in der Zucht konnten Pferde aus der Zucht des Gestütes Hohenschmark großartige Erfolge verzeichnen.

Heuberger gewinnt Auftakt des TSF Dressurpferdechampionats

Der gekörte Trakehner Hengst Heuberger von Imperio hat unter Anabel Balkenhol (Münster) den Prix St. Georges, die Auftaktprüfung des TSF Dressurpferdechampionats gewonnen. Der Sohn des Trakehners des Jahres, Imperio, und seine Ausbilderin erhielten 77,23 Prozent und verwiesen damit den ebenfalls gekörten Fuchshengst Edberg TSF auf Rang zwei (73,00). Edberg von Connery wurde von Antje Hell (Wiesbaden) in Neumünster zweijährig erworben und jetzt wieder in der Dressur vorgestellt, Platz drei ging an Happy Highness und Lydia Camp (Geldern) vor Amadelio TSF unter Christina Lebens (Hamburg).

Die drei besten Paare treten am Sonntag ab 13.00 Uhr erneut in einer Dressurprüfung zum Finale gegeneinander an. Dann wird in einer Prix St. Georges-Kür der TSF Dressurchampion des Jahres 2015 ermittelt.

Quelle: Trakehnerverband

Pferdesteuer-Urteil vor dem Bundesverwaltungsgericht

FN legt Nichtzulassungsbeschwerde ein

Warendorf (fn-press). Der Kampf gegen die Pferdesteuer tritt in die nächste Phase ein. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hatte Ende 2014 festgestellt, dass die Satzung der nordhessischen Stadt Bad Sooden-Allendorf zur Einführung der Pferdesteuer nicht gegen geltendes Recht verstößt. Eine Revision wurde nicht zugelassen. Dagegen hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) nun eine „Nichtzulassungsbeschwerde“ beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingelegt.

Unterdessen treiben Reiter, Pferdebesitzer, Vereine und Betriebe ihren Widerstand gegen die Abgabe auf kommunaler Ebene energisch voran. Einen Erfolg konnten sie in der nordhessischen Kleinstadt Waldkappel erzielen. Dort sprach sich das Stadtparlament aufgrund der zahlreichen Gegenargumente gegen die Einführung der Abgabe aus. Thomas Ungruhe, Leiter der FN-Abteilung Breitensport, Vereine und Betriebe, motiviert: „Waldkappel zeigt, dass sich der Kampf lohnt. Wir dürfen deshalb nicht den Kopf in den Sand stecken und weitere Gerichtsentscheidungen abwarten, sondern müssen weiterhin alle Kräfte mobilisieren, um die Städte und Gemeinden von der Unsinnigkeit und Unwirtschaftlichkeit der Pferdesteuer zu überzeugen.“

Welchen wirtschaftlichen Wert die Pferdehaltung hat, ergab eine „Konsumausgaben-Studie“ am Beispiel der hessischen Stadt Baunatal. Die Ostphalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Braunschweig/Wolfsburg kam in der  Untersuchung zu dem Ergebnis, dass durch das Pferd knapp 600.000 Euro in Baunatal umgesetzt werden. In diesem Betrag sind nicht nur die Kosten für die Pferdehaltung enthalten, sondern auch alle Ausgaben, die Reiter aus Nachbargemeinden tätigen, deren Pferde in Baunatal stehen (Tanken, Einkaufen, Gastronomie usw.). Wegen der zu befürchtenden wirtschaftlichen Konsequenzen hatten bereits die Industrie- und Handelskammern und der Bund der Steuerzahler die Kommunalpolitiker vor der Einführung der Pferdesteuer gewarnt.

Hessischer Verwaltungsgerichtshof entschied zugunsten der Stadt Bad Sooden-Allendorf

Pferdesteuer-Urteil: FN kämpft weiter

Warendorf (fn-press). Der Hessische Gerichtshof in Kassel kam zu dem Ergebnis, dass die Satzung der nordhessischen Stadt Bad Sooden-Allendorf zur Einführung der Pferdesteuer nicht gegen geltendes Recht verstößt. Gestern gab das Gericht bekannt, dass die Anträge von zehn Pferdehaltern in einem sogenannten Normenkontrollverfahren abgelehnt wurden.

Zehn Pferdehalter (Reitverein, Pferdebetrieb, Turnier- und Freizeitreiter, Besitzer eines Therapie-, Holzrücke- und Gnadenbrotpferdes sowie ein Züchter) aus Bad Sooden-Allendorf hatten gemeinschaftlich mit Unterstützung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) den Hessischen Verwaltungsgerichtshof angerufen, um die Rechtmäßigkeit der Satzung zur Einführung der Pferdesteuer in ihrer Stadt überprüfen zu lassen. Vor genau zwei Jahren hatte Bad Sooden-Allendorf diese Satzung beschlossen, die Steuerbescheide in Höhe von 200 Euro pro Pferd und Jahr aber bis zum Gerichtsurteil ausgesetzt.

Der Hessische Gerichtshof hält die Pferdesteuer grundsätzlich für gesetzeskonform. Allerdings werden all jene Pferdehalter von der Steuer ausgenommen, deren Pferde „nachweislich zum Haupterwerb im Rahmen der Berufsausübung“ eingesetzt werden. Steuerpflichtig hingegen ist „das Halten und Benutzen von Pferden zur Freizeitgestaltung“, so der Satzungstext. Auch wer „ein Pferd gegen Entgelt zur Benutzung durch einen Dritten“ hält, muss die Abgabe entrichten. Damit sind Schulpferde für den Reitunterricht im Verein oder Pferdebetrieb erfasst.

Mit großer Enttäuschung reagierte die Deutsche Reiterliche Vereinigung auf die Entscheidung des Hessischen Gerichtshofs. Generalsekretär Soenke Lauterbach erklärte: „Wir hatten darauf gehofft, dass das Gericht den Argumenten gegen die Pferdesteuer folgt. Leider ist dies nicht der Fall. Wir geben den Kampf gegen die Steuer aber nicht auf und werden weiter mit allen Mitteln versuchen, die Kommunalpolitik von der Unsinnigkeit dieser Abgabe zu überzeugen.“ Nun gelte es, die Ausführungen des Gerichts detailliert auszuwerten und über den konkreten Fall in Bad Sooden-Allendorf hinaus Schlüsse für weitere Strategien zu ziehen, so Lauterbach. Die FN wird weitere Rechtsmittel prüfen.

 

 

Helen Langehanenberg muss auf Damon Hill verzichten

Verhandlungen über den Beritt des Hengstes sind gescheitert

Warendorf (fn-press). Deutschlands erfolgreichstes Dressurpaar der vergangenen drei Jahre hat keine gemeinsame Zukunft: Der 14-jährige Hengst Damon Hill steht seiner Reiterin Helen Langehanenberg (Billerbeck) nicht mehr zur Verfügung.

In einer am Montag veröffentlichten Presseerklärung des Anwalts von Pferdebesitzer Christian Becks (Senden) heißt es: Die Verhandlungen über eine Verlängerung des Beritts bis zur Olympiade in Rio 2016 sind endgültig gescheitert. „Die Vorstellungen über die Konditionen gingen zu weit auseinander“, wird Becks zitiert. Weiter teilt der Anwalt mit, dass Damon Hill nicht verkauft werde, sondern bei der Besitzerfamilie bleibe.

Dr. Dennis Peiler, Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), reagierte überrascht und enttäuscht auf die Pressemitteilung: „ Bis einschließlich heute befanden wir uns in Verhandlungen mit dem Anwalt des Pferdebesitzers, um Damon Hill für Helen Langehanenberg bis zu den Olympischen Spielen 2016 zu sichern. Durch die Pressemitteilung der Familie Becks sind allerdings neue Fakten geschaffen worden. Wir bedauern es sehr, ein so gutes Paar zu verlieren.“ Traurig reagierte Helen Langehanenberg. „Ich hätte Damon Hill sehr gerne weiter geritten. Es war eine phantastische Zeit mit ihm.“ Sie sei dem DOKR sehr dankbar für die Bemühungen, mit dem Pferdebesitzer nach einer Lösung zu suchen, auch wenn sie leider nicht zum Erfolg geführt hätten, sagte die 32-Jährige.

Helen Langehanenberg und der westfälische Hengst Damon Hill gewannen in diesem Jahr bei den Weltreiterspielen Mannschafts-Gold sowie zwei Silbermedaillen in der Einzelwertung, belegten bei den Weltcup-Finals 2013 und 2014 den ersten und zweiten Platz, sicherten die Team-Goldmedaille bei der Europameisterschaft 2013 und gehörten zum Silberteam der Olympischen Spiele 2012 in London.

 

Duell der Dressur-Giganten beim CHIO Aachen 2014

Charlotte Dujardin aus Großbritannien ist Doppel-Olympiasiegerin, Doppel-Europameisterin, Weltcup-Siegerin, Weltranglistenerste und Weltrekordhalterin in den drei schwersten Dressurprüfungen – und sie kommt zum Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen 2014. Mit ihrem Wallach Valegro, dem derzeit wohl besten Dressurpferd der Welt, werden sie die CHIO Aachen-Besucher erleben können. Im hochmodernen und gerade um- und ausgebauten Deutsche Bank Stadion kommt es zum Duell mit ihrer deutschen Dauerrivalin Helen Langehanenberg im Sattel von Damon Hill. Für Valegro ist es der erste Start in Aachen.

 

523.000 Unterschriften an Dr. Maly übergeben

Nürnberg (FN-Press)Dr. Ulrich Maly gab zu erkennen, dass auch er nicht von der Pferdesteuer überzeugt ist. „Die Pferdesteuer ist eine Bagatellsteuer, und Bagatellsteuern können die finanziellen Probleme der Städte und Gemeinden nicht lösen.“ Er fügte lächelnd hinzu: „Ich hätte nicht gedacht, dass eine meiner ersten Amtshandlungen als Präsident des Deutschen Städtetages die Auseinandersetzung mit dem Thema Pferdesteuer sein würde.“ Maly hatte erst Ende April den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude in dieser Funktion abgelöst. Dass der Termin der Übergabe so kurzfristig zustande kam, ist Hans-Peter Schmidt, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Nürnberger Versicherungsgruppe und Präsidiumsmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zu verdanken. Schmidt betonte, dass die Pferdesteuer für eine Neiddebatte nicht tauge. „Die Reiter sind durch die Anhebung der Mehrwertsteuer und drastisch gestiegene Preise für Pferdefutter und Einstreu schon genug gebeutelt.“ Schmidt hob zudem die Bedeutung des Pferdes als eines der wichtigsten deutschen Kulturgüter hervor.

Wie ungerecht die Pferdesteuer sei, betonte Gisela Hinnemann Mitglied der DOSB- Präsidialkommission Breitensport und FN-Präsidiumsmitglied: „Es ist total absurd, dass der Sport einerseits von der öffentlichen Hand gefördert wird und andererseits besteuert werden soll. Eine Sportart zu besteuern, wäre ein Schlag ins Gesicht all jener Ehrenamtler, die sich in Vereinen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen engagieren.“

Auch der Bund der Steuerzahler sprach sich vehement gegen die Pferdesteuer aus. Bundesgeschäftsführerin Birga Köhler wandte sich an Dr. Maly mit den Worten: „Bagatellsteuern werden willkürlich erhoben, und wir beobachten inflationäre Tendenzen. Heute ist es die Pferdesteuer, kommt morgen die Wellensittichsteuer? Wir müssen der zunehmenden Gängelei der Bürger durch die Behörden energisch entgegentreten.“

Für den Bauernverband stellt die Pferdesteuer eine existentielle Bedrohung dar. Der Vize-Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Günther Felßner, sagte: „Pferde tragen maßgeblich zur Grünlandpflege bei, Pferdehaltung hat einen hohen ökologischen Wert. Unsere bäuerlichen Familienbetriebe mit Betriebszweig Pferdehaltung brauchen eine vernünftige Auslastung. Es geht um Arbeitsplätze und Existenzen, die von der Pferdesteuer zerstört würden.“

FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach bedankte sich bei Städtetagspräsident Maly für die Bereitschaft, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und zog ein positives Fazit des Nürnberger Termins: „Ich bin zuversichtlich, dass die Politik erkennt, was sie mit der Einführung der Pferdesteuer anrichten würde.“

In den beiden hessischen Kommunen Bad Sooden-Allendorf und Kirchheim ist die Pferdesteuer bereits beschlossene Sache. Im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens vor dem Hessischen Gerichtshof soll nun geprüft werden, ob die Satzung zur Einführung der Abgabe rechtmäßig ist. Lauterbach: „Mit der Petition und der heutigen Übergabe haben wir hoffentlich erreicht, dass nicht noch weitere Städte und Gemeinden mit der Pferdesteuer ihre Löcher im Haushalt stopfen wollen.“